Photovoltaikanlage Steuerlich Absetzen Beispiel Essay

Was kann bei einer Photovoltaikanlage von der Steuer abgesetzt werden?

Sinkende Einspeisevergütungen sorgen bei Betreibern von PV Anlagen für Unmut. Sie sind sich sicher, dass die Investition nicht mehr lohnt. Experten sind sich jedoch einig: Sinkende Anschaffungspreise rechtfertigen fallende Einspeisevergütungen. Und wer sich genauer mit der Photovoltaikanlage befasst, der kann feststellen, dass es auch jenseits von Anschaffungskosten und Einspeisevergütung Möglichkeiten gibt, die Anlage rentabel zu gestalten, und zwar im Hinblick auf die Steuern.

Steuerliche Absetzbarkeit gegeben

PV Anlagen sind grundsätzlich steuerlich absetzbar. Dabei lassen sich die Kosten des Betriebs und der Wartung ebenso berücksichtigen, wie die Anschaffungskosten. Zusätzliche Produkte, die benötigt werden, um eine sinnvolle Wartung der Anlagen durchzuführen, sind dabei genauso absetzbar, wie die laufenden Betriebskosten. Dabei gelten folgende Regelungen:

  1. Kosten für den laufenden Betrieb der Anlage lassen sich sofort als Betriebsausgaben steuerlich absetzen. Dazu zählen:
    • Kreditzinsen,
    • Beiträge zur PV Versicherung,
    • Kosten für die Miete eines Stromzählers und ähnliches.
  2. Die bei der Anschaffung gezahlte Umsatzsteuer kann zurück erstattet werden, wenn man sich der Regelbesteuerung unterwirft, also auch Umsatzsteuer für den eingespeisten Strom erhält und diese wiederum ans Finanzamt führt.
  3. Die Anschaffungskosten für die Anlage und alle mit ihr in direktem Zusammenhang stehenden Anschaffungskosten, wie
    • Montage der Anlage,
    • Kauf von Zusatzgeräten usw.
    lassen sich über die Nutzungsdauer abschreiben.

Die Abschreibung der Photovoltaikanlage

Die Photovoltaikanlage ist ein bewegliches Wirtschaftsgut, deren Nutzungsdauer auf 20 Jahre festgelegt wird. Über diesen Zeitraum können die gesamten Anschaffungskosten steuerlich als AfA (Absetzung für Abnutzung) berücksichtigt werden. Dabei stehen den Anlagenbetreibern insgesamt vier verschiedene Abschreibungsvarianten zur Verfügung:

  1. Lineare Abschreibung
    Die Abschreibung erfolgt gleichmäßig verteilt auf die gesamte Nutzungsdauer. Dabei entspricht sie fünf Prozent der Netto-Anschaffungskosten. Bei einer PV Anlage, die für 20.000 Euro angeschafft wurde, können jährlich 1.000 Euro als Abschreibung geltend gemacht werden.

  2. Degressive Abschreibung
    Bei der degressiven Abschreibung erfolgt eine zweieinhalbfache Abschreibung gegenüber dem Betrag, der nach linearer Abschreibung möglich ist, also 12,5 Prozent. Allerdings wird dieser Betrag nur im Jahr der Inbetriebnahme von den Anschaffungskosten berechnet, später vom verbleibenden Restbuchwert.

    Beispiel:
    12,5 % degressive Abschreibung für eine am 01.01.2009 installierte PV Anlage für 20.000 Euro Netto-Anschaffungskosten:
    JahrAbschreibungRestwert
    20092.500,00 €17.500,00 €
    20102.187,50 €15.312,50 €
    20111.914,06 €13.398,44 €
    So würde das Ganze fortgeführt, bis die Anlage abgeschrieben wäre. Allerdings sinkt der Abschreibungsbetrag früher oder später unter die lineare Abschreibung. In diesem Fall ist ein Wechsel von der degressiven zur linearen Abschreibung möglich, allerdings wird diese dann auch anhand des Restwerts, sowie des Restnutzungszeitraums berechnet. Geht man also von einer Restnutzungszeit von fünf Jahren aus und einem Restwert von 4.000 Euro, so entsteht eine jährliche, lineare Abschreibung in Höhe von 800 Euro für die restlichen fünf Jahre.

    Die degressive Abschreibung konnte jedoch nur für PV Anlagen genutzt werden, die in den Jahren 2009 und 2010 installiert wurden. Später installierte und errichtete Anlagen können nur noch nach der linearen Abschreibung, bzw. den beiden folgenden Absetzungsmöglichkeiten abgeschrieben werden.

  3. Investitionsabzugsbetrag
    Der Investitionsabzugsbetrag kommt nur für kleine und mittlere Unternehmen in Betracht. Sie können bis zu 40 Prozent der Anschaffungskosten als Investitionsabzug geltend machen. Der Höchstbetrag ist dabei auf 200.000 Euro festgesetzt. Wird anschließend die lineare Abschreibung gewählt, so ist diese anhand des Anschaffungspreises (20.000 Euro) abzüglich des Investitionsabzugsbetrages (8.000 Euro) zu ermitteln. Es ergibt sich daraus:
         20.000 Euro Anschaffungskosten
    -    8.000 Euro Investitionsabzug
    =   12.000 Euro Richtwert für die lineare Abschreibung, davon 5 %
    =      600 Euro jährliche lineare Abschreibung
    Der Investitionsabzugsbetrag kann rückwirkend bis zum Jahr 2007 genutzt werden.

  4. Sonderabschreibung
    Die vierte und letzte Möglichkeit ist die Sonderabschreibung, die ebenfalls für kleine und mittlere Betriebe gilt. Hierbei können zusätzlich zur linearen Abschreibung 20 Prozent der Anschaffungskosten im Anschaffungsjahr, sowie den darauf folgenden vier Jahren abgesetzt werden. Wie hoch die Sonderabschreibung in den einzelnen Jahren erfolgt, ist Ermessenssache. Sie kann individuell auf eines, alle oder einzelne Jahre aufgeteilt werden. Wurde sie allerdings in Anspruch genommen, muss die lineare Abschreibung neu ermittelt werden, da andernfalls mehr als 100 Prozent der Anschaffungskosten abgeschrieben würden.

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Neben den Einnahmen aus der Einspeisevergütung müssen Sie auch den selbst verbrauchten Strom Ihrer Photovoltaikanlage als Betriebseinnahme erfassen und versteuern. Im Fachjargon spricht man von Eigenverbrauch. Die Verwendung des Stroms für private Zwecke ist im steuerlichen Sinn eine Entnahme von Betriebsvermögen bzw. Betriebsmitteln zu Privatzwecken, die bei der Gewinnermittlung zu berücksichtigen ist. Zur Ermittlung dieses Teilwerts haben Sie als Betreiber einer Fotovoltaikanlage mehrere Möglichkeiten:

 

Möglichkeit 1: Pauschale Ermittlung

 

Die Finanzämter erlauben es, dass Sie für den Eigenverbrauch pauschal 20 Cent je Kilowattstunde (kWh) bei der Gewinnermittlung als Betriebseinnahme ansetzen.

 

Beispiel: Eigenverbrauch von 1.500 kWh x 0,20 EUR/kWh = 300 EUR zu versteuernder Eigenverbrauch

 

Möglichkeit 2: Wiederbeschaffungswert ansetzen

 

Da der pauschale Ansatz von 20 Cent je Kilowattstunde für den Eigenverbrauch in der Gewinnermittlung für die Fotovoltaikanlage nicht unbedingt der günstigste Weg ist, kann der zu versteuernde Eigenverbrauch auch anhand der Wiederbeschaffungskosten ermittelt werden. Das ist der Preis, den Sie bezahlen müssen, wenn Sie aus dem Netz des Energieversorgers Strom beziehen.

 

Beispiel: Netzbetreiber verlangt 0,17 EUR/kWh; Eigenverbrauch 1.500 kWh x 0,17 EUR/kWh = zu versteuernder Eigenverbrauch 255 EUR.

 

Möglichkeit 3: Eigenverbrauch auf Grundlage der Herstellungskosten

 

Die Finanzverwaltung lässt die Ermittlung des Eigenverbrauchs bei einer PHotovoltaikanlage auch nach den Herstellungskosten zu. Dazu sind die Betriebsausgaben inklusive Abschreibung und Zinsen bei Finanzierung zu ermitteln und der prozentuale Anteil des Eigenverbrauchs.

 

Beispiel: Betriebsausgaben (Abschreibung 800 EUR, Zinsen 250 EUR, sonstige Ausgaben 400 EUR = gesamte Betriebsausgaben 1.450 EUR) mal Eigenverbrauch (15 %) = zu versteuernder Eigenverbrauch 217,50 EUR.

 

Wie ermittle ich den Eigenverbrauch umsatzsteuerlich?

Als umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer müssen Sie entweder eine Rechnung mit 19 % Umsatzsteuer ausstellen oder Sie erhalten Gutschriften vom Stromanbieter mit 19 % Umsatzsteuer. Zusätzlich zu diesen Vergütungen müssen Sie gegebenenfalls auch Umsatzsteuer für den selbst verbrauchten Strom abführen. Ob umsatzsteuerlich ein Eigenverbrauch zu versteuern ist, hängt davon ab, ob Sie die Photovoltaikanlage vor dem 31.3.2012 oder erst danach in Betrieb genommen haben. Zum Eigenverbrauch gelten folgende Grundsätze bei der Umsatzsteuer:

 

  • Inbetriebnahme der Anlage bis 31.3.2012: Wer seine Photovoltaikanlage bis zum 31.3.2012 in Betrieb genommen hat, bekommt vom Stromanbieter auch den selbst verbrauchten Strom vergütet. Der Eigenverbrauch stellt eine Rücklieferung dar, über die Ihnen der Strombetreiber eine Rechnung stellt. Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch wird hier umsatzsteuerlich nicht mehr fällig.
  • Inbetriebnahme der Anlage nach dem 31.3.2012: Wurde die Photovoltaikanlage erst nach dem 31.3.2012 in Betrieb genommen, wird der Eigenverbrauch nicht mehr vergütet und vom Stromanbieter in Rechnung gestellt. Sie müssen deshalb Umsatzsteuer für den selbst verbrauchten Strom ans Finanzamt abführen.

 

Beispiel: Sie nehmen eine Photovoltaikanlage am 1.10.2014 in Betrieb. Die Vergütung beträgt 750 EUR zzgl. 142,50 EUR Umsatzsteuer. Der privat verbrauchte Strom - nicht vergütet - beträgt 10 % der Stromerzeugung. Die Selbstkosten betragen 720 EUR (Abschreibung der Anlage 500 EUR, Schuldzinsen für Fremdfinanzierung 200 EUR und sonstige Kosten 20 EUR).

 

Ermittlung der Umsatzsteuer für den Eigenverbrauch

 

Bemessungsgrundlage für Umsatzsteuer
(Selbstkosten 720 EUR x 10 % Privatverbrauch)
72 EUR
Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch 10 % 13,68 EUR

 

 

Im Zusammenhang mit einer Photovoltaikanlage sind folgende steuerliche Besonderheiten zu beachten:

 

  • Der Kaufpreis der Photovoltaikanlage ist grundsätzlich auf 20 Jahre verteilt abzuschreiben.
  • Kaufen Sie eine Immobilie mit bereits vorhandener Photovoltaikanlage, dann gilt grunderwerbsteuerlich Folgendes: Bei Anlagen, die auf dem Dach montiert sind, fällt keine Grunderwerbsteuer für den Kaufpreis der Anlage an. Bei Photovoltaikanlagen, die ins Dach integriert sind, wird auch für den Kaufpreis der Anlage Grunderwerbsteuer fällig.
  • Staatliche Zuschüsse zum Kauf der Anlage können entweder als Betriebseinnahme erfasst werden, oder Sie kürzen den Kaufpreis der Anlage entsprechend und schreiben nur den geminderten Betrag steuerlich ab.

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